Was kann ich gegen den Klimawandel tun?

Eine Gruppe junger Menschen protestiert gegen den Klimawandel

Was kann man gegen den Klimawandel tun?

Autor: Sebastian Bertram / Veröffentlicht: 29.09.2022

Corona, Ukrainekrieg, Waldbrände, Ernteausfälle: Von einem »Sommerloch« konnte dieses Jahr in Europa nicht die Rede sein. Voll waren die Medien mit Schreckensnachrichten, die uns jeden Tag von Neuem erreichten – und es bis heute weiter tun.

Dabei geriet außer Acht, was auch zur Realität dieser Zeit gehört: Der diesjährige Monsunregen in Pakistan löste eine der schlimmsten Flutkatastrophen aus, die sich je in dem südasiatischen Land ereigneten. Im August fiel dort dreimal mehr Regen als üblich. Die weltweiten Prognosen für die Zukunft klingen nicht weniger bedrohlich: Landstriche werden überflutet, Gletscher schmelzen, Wüsten breiten sich aus.

Haupttriebfeder des Klimawandels ist der Treibhauseffekt. Sonnenwärme gelangt in die Erdatmosphäre, Gase verhindern ihre Abstrahlung zurück in den Weltraum und führen so zur Erderwärmung. Viele dieser Treibhausgase sind natürlichen Ursprungs. Doch infolge menschliches Handelns nahm die Konzentration einiger Gase in den vergangenen Jahrzehnten extrem zu. Das gilt insbesondere für Kohlendioxid (CO2) und Methan. Als Hauptursachen dafür gelten neben der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas die Intensivierung der Viehzucht sowie die Abholzung von Wäldern.

Bäume regulieren durch Aufnahme von CO2 das Klima – so war es zumindest lange Zeit Naturgesetz. Durch Rodung und Waldsterben geht dieser positive Effekt zunehmend verloren. Der in den Bäumen gespeicherte Kohlenstoff wird in die Atmosphäre freigesetzt, wo er zum Treibhauseffekt beiträgt. Die Auswirkung sind: zu wenig oder zu viel Regen, Monokulturen, Waldbrände und Insektenbefall.

Eine Fabrik stößt ZTreibhausgase in die Luft und der Himmel ist ganz verdunkelt und voller Wolken

Foto: Adobe Stock

Wodurch können Sie die Umweltbelastung verringern?

Eine entscheidende Möglichkeit, diese Entwicklung zu stoppen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Wir Menschen müssen schnellstmöglich unseren Lebensstil ändern! Das heißt, beispielsweises mehr regionale Produkte kaufen und einen nachhaltigen Konsum leben, die Reduzierung tierischer Produkte, hin zu mehr Obst und gemüse, weniger Verpackungsmüll verursachen und natürlich Energie sparen.

Doch allein schaffen wir das nicht. Wir brauchen die Natur dafür, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verbessern. Die Natur selbst selbst ist ihr bester Beschützer und kann zum Klimaschutz beitragen. Statt zuzusehen, wie Wälder ausgerottet werden, müssen wir das genaue Gegenteil bewirken: Wälder wieder widerstandsfähiger machen – als die natürlichste unter allen Klimaschutzmaßnahmen.
Klimaschutz Tipps und einer der Lösungsansätze dafür ist die Aufforstung: also das Anpflanzen von Bäumen oder die Aussaat von Samen mit dem Ziel einer Bewaldung, oft als Renaturierung eines verschwundenen Waldes. War die aufzuforstende Fläche vorher schon bewaldet, handelt es sich um eine Wiederaufforstung, im anderen Fall um eine Erstaufforstung.

Wie bei vielen Dingen, auf die sehr viele Menschen mit einem Mal setzen, hat auch diese Umweltschutzmaßnahme ihre Schattenseite. Nicht nur immer mehr Privatpersonen wollen sich gegen den Klimawandel engagieren, indem sie Bäume pflanzen. Auch Unternehmen haben dieses Thema für sich entdeckt. Millionen Euro kommen auf diese Weise zusammen.

Viel Geld, mit dem sprichwörtlich viel bewegt werden kann: nämlich riesige tote Waldflächen maschinell zu räumen, um sie möglichst schnell neu zu bepflanzen. Doch oftmals ohne die gewünschte Wirkung – so sehr auch versucht wird, im Rahmen von PR-Kampagnen genau diesen Effekt zu verkaufen. Das Prinzip des »Greenwashings« vermag also durchaus Lösungsansätze bieten für ein grüneres Image – wirksame Klimaschutzmaßnahmen sehen jedoch anders aus.

Das Prinzip des »Greenwashings« vermag also durchaus Lösungsansätze bieten für ein grüneres Image – wirksame Klimaschutzmaßnahmen sehen jedoch anders aus.

Wirklich nachhaltige Aufforstungsarbeit muss dem Wald genügend Freiraum und Zeit lassen, sich von allein zu erholen. Denn ein Baum ist mehr als nur ein Setzling. Mindestens 20 bis 30 Jahre braucht ein Baum im Durchschnitt, bis er zur »Krone der Sauerstoff-Schöpfung« wird. Leider schaffen es viele Setzlinge gar nicht bis dahin.

Oft kann auch die langfristige Entwicklung des Anbaugebiets weder kontrolliert noch garantiert werden. Die Masse an Neupflanzungen sollte daher nicht das ausschlaggebende Kriterium sein. Wie generell bei unserem Konsumverhalten sollte auch bei der Aufforstung die Qualität im Fokus stehen.
In Deutschland kommt ein bürokratisches Problem dazu: Waldeigentümer bekommen umfangreiche staatliche Subventionen für Baumpflanzungen, den Umbau von Nadelwald in Mischwald sowie weitere Aufforstungsmaßnahmen. Einzige Voraussetzung ist, dass die Flächen bereits als Wald eingetragen sind. Selbst nach der Rodung toter Fichtenmonokulturen fließen diese Zuschüsse. Beim näheren Hinsehen ein ökologisches Desaster! Denn es entsteht nicht nur neuer Schaden durch das Befahren der Flächen mit schwerem Räumfahrzeugen, sondern auch durch das Beseitigen der abgestorbenen Bäume.

Bliebe letzterer Eingriff aus, könnte das Totholz als Schattenspender und Wasserspeicher eine elementare Funktion für die junge Baumgeneration übernehmen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Unterstützung von Aufforstungsprojekten auf solchen Flächen sinnlos. Im Gegenteil: Sie stehen der Selbstheilung der Natur sogar im Weg. Denn ohne menschliches Handanlegen würden sich auf solchen Flächen innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Bäume und unterschiedlichste Baumarten ansiedeln.
Unterstützungswürdige Aufforstungsprojekte beschränken sich also allein auf Flächen, auf denen bislang noch kein Wald wuchs. Nur diese sorgen wirklich für mehr Wald in Deutschland.

Fotos: AdobeStock

Gibt es in Deutschland alternative Aufforstprojekte?

Ein vollkommen der Natur überlassenes Deutschland wäre zu mehr als 90 Prozent von Wald bedeckt. Ursprünglich beheimatet sind hierzulande Mischwälder, größtenteils bestehend aus Buchen und Eichen. Diese Wälder sind äußerst robust und resistent gegen Stürme und Feuer. Alte Buchenwälder gelten zudem als die Regenwälder Europas. Doch sind sie wie ihre Pendants in den Tropen massiv bedroht. Heute gibt es in Deutschland keine größeren zusammenhängende Urwälder mehr. Auch die alten Bäume werden zunehmend seltener.

Buchenwälder ab einem Alter von 180 Jahren machen nur noch 0,16 Prozent der Landfläche aus. Eine Initiative, die sich erfolgreich für die Erhaltung dieser alten Baumbestände einsetzt, ist das Buchenurwaldprojekt des Försters, Naturschützers und Autors Peter Wohlleben (u.a. »Das geheime Leben der Bäume«). Zusammen mit der rheinland-pfälzischen Gemeinde Wershofen bewirtschaftet die Waldakademie des bekannten Talkshowgasts Wohlleben in der Eifel circa 100 Hektar Buchenwaldbestand – mit der Absicht, dort in den kommenden 50 Jahren keine Bäume mehr zu fällen.

Bereits ab einem Spendenbetrag von 9,50 Euro kann eine Fläche von zwei Quadratmetern geschützt werden. Mit den Einnahmen kompensieren die Waldeigentümer den Verlust aus der entgangenen Holzernte sowie den mindestens 50-jährigen Entzug der Nutzungsrechte. Der Schutz der Fläche wird im Grundbuch durch einen Notar sichergestellt, womit der Wald einen konsequenten und nachhaltigen Schutz erfährt.

Bereits ab einem Spendenbetrag von 9,50 Euro kann eine Fläche von zwei Quadratmetern geschützt werden. Mit den Einnahmen kompensieren die Waldeigentümer den Verlust aus der entgangenen Holzernte sowie den mindestens 50-jährigen Entzug der Nutzungsrechte.

Wir von Good Wilhelm unterstützen das Buchenurwaldprojekt mit unserem nachhaltig produzierten Non-Profit Produkt Leder Untersetzer Max

Nicht, dass er auch seinen ganz eigenen Nutzen hätte: als dezenter wie stilsicherer Untergrund für Gläser, Tassen, Kännchen und Vasen.
Noch viel wichtiger aber: Wir geben die kompletten Gewinne aus dem Verkauf von Max an das Buchenurwaldprojekt von Peter Wohlleben. Jeder Untersetzer finanziert einen Quadratmeter alten Buchenwald für 50 Jahre. Ein erster wichtiger Schritt, wenn man bedenkt, dass viele Tiere wie der Mittelspecht Buchenwälder erst ab einem Baumalter von 200 Jahren besiedeln.

Der Lederuntersetzer Max steht damit im Einklang mit dem allgemein hohen ökologischen Anspruch bei Good Wilhelm. Dieser drückt sich aus in unseren fairen und nachhaltigen Herstellungsverfahren sowie in der Verwendung unserer Materialien: u.a. vegetabiles Leder, Mulesing-freier Wollfilz und Bio-Baumwolle. Zehn Prozent der Verkaufserlöse aller unserer Produkte spenden wir an nachhaltige Umweltprojekte.

Natürlich möchten wir Euch dazu ermuntern, auch ohne Max Euren Beitrag zum Schutz von Klima und Biodiversität im Buchenurwaldprojekt zu leisten. Mit nur 4,75 Euro pro Quadratmeter seid Ihr dabei! 50 Jahre lang, ohne wiederkehrende Kosten. Für die Spende bekommt Ihr zusätzlich eine Urkunde mit detaillierten Informationen zum Standort der Schutzfläche.

Auf einem Baumstamm liegen Unterseter aus Leder mit einem Baum darauf geprägt

Foto: GOOD WILHELM

Falls Ihr Euch mehr über das Thema Waldschutz informieren möchtet, haben wir einen Tipp für Euch:

Am 4. und 5. Oktober 2022 steigt in Berlin der Waldklimagipfel 2022.

Der von Peter Wohllebens Waldakademie initiierte Kongress bringt Wissenschaft, Politik, Kultur, Wirtschaft und Naturschutz-NGOs zusammen. Diskutiert wird über mögliche Maßnahmen gegen den Klimawandel. Da die Macher das Wissen allen Menschen zur Verfügung stellen wollen, übertragen sie die Veranstaltung auch kostenlos in einem Livestream.


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